Rückblick Premiere
„Herkules und der Stall des Augias“ von Dürremnatt hatte drei ausverkaufte und gefeierte Vorstellungen im TheaterPädagogikZentrum BW und wir waren war extrem froh, dass wir überhaupt spielen konnten! Denn unsere Hauptrolle musste krankheitsbedingt umbesetzt werden…. aber wir hatten Glück im Unglück – Kerstin Gotthardt, die während der Proben zu uns gestoßen war und zunächst vier kleinere Rollen geprobt hatte, hat innerhalb einer Woche die Hauptfigur übernommen. Zweiter glücklicher Zufall: alle Ensemblemitglieder hatten Zeit für Extraproben!
Unser Publikum war sehr amüsiert über die originellen Rollen und die außergewöhnlichen Kostüme von Christian Glötzner (Figurentheater Tübingen). Aber auch die differenzierte Betrachtung Dürrenmatts, wie kann ein staatlicher Neuanfang gelingen, kam bei den Zuschauenden an. Das wurde ganz klar im Publikumsgespräch am Samstag, zu dem auch eine junge Theatertruppe (die ehemalige Theater-AG der Herkules-Darstellerin) kam. Da wurden die überraschenden und auch erschreckenden Parallelen zu unserer jetzigen gesellschaftlichen und politischen Situation diskutiert: der fehlende Mut zu Veränderungen – der immer wieder verschobene Aufbruch, um etwas zum Besseren zu verändern, schließlich die Angst vor finanziellen Einbußen und dem Verlust von bisherigen kulturellen Werten und Gewohnheiten und der illusorische Wunsch, dass eine starke Hand alles richtet. Nachdenklich waren die Zuschauer:innen bei der Frage, ob eine Demokratie Helden braucht?
Das Ensemble WanDelbar trägt jedenfalls das unvergleichliche Glücksgefühl nach einer gelungenen Premiere durch den Alltag und hofft, das Stück wieder aufnehmen zu können – wo auch immer…
- Fotos: Antonia Lehn +Nico

















